Bilder der Überflutungssituation am 15.07.2021 und warum das Grabeland erhalten bleiben muss

Nachdem die Anwohner des Grabelandes am 11.02.22 von der WILMA darüber informiert wurden, dass bald „Sicherungsmaßnahmen“ durchgeführt werden sollen und das Gelände eingezäunt werden soll, rückte bereits am 18.02.22 ein Bagger an, der am 21.02.22 damit begann, die ersten Gartenhütten abzureißen. Am 05.03. laufen die „Sicherungsmaßnahmen“ noch immer. Statt einem sind seit einigen Tagen nun 2 Bagger im Einsatz. Eine Behelfsstraße wurde mittlerweile durch das Gelände gebaut. Mit „Sicherungsmaßnahmen“ hat das nicht mehr viel zu tun, das sieht eher nach Vorbereitungen für einen Baubetrieb aus! Die Vogelschutzsatzung verbietet eigentlich seit dem 01.03. das Beschneiden von Bäumen und Sträuchern. Das scheint niemanden zu interessieren. Die Stadt Bochum sieht sich nicht mehr in der Verantwortung, denn das Gelände gehört ja nun der Wilma. Und Baggern ist ja kein Beschneiden – da gilt eine solche Satzung scheinbar nicht oder sie gilt nur für private Gartenbetreiber und nicht für Unternehmen, die das Bochumer Stadtsäckl füllen… Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen. Update vom 19.04.2022: Rechtzeitig vor Ostern haben die Bagger ihre Arbeit offenbar abgeschlossen. Das Gelände wurde vollständig abgeräumt, Alle Aufbauten (Gartenhütten, etc.) wurden eingerissen und entsorgt und das Gelände von jeglichem Unrat gesäubert und eingezäunt. Erst jetzt lässt sich die tatsächliche Größe des Geländes gut erkennen und auch erst jetzt kann man erahnen, wie viel Wasser es tatsächlich aufnehmen und die Anwohner damit vor Schaden bewahren kann! Dazu sind noch immer Gutachten in Arbeit. Wozu eigentlich? Ein wenig gesunder Verstand sollte eigentlich ausreichen, um zu erkennen, dass eine Aufschüttung und Verdichtung/Versiegelung des Geländes gravierende Folgen für die umliegende Bebauung haben wird…

Das Grabeland. Die gelb umrandete, heute noch tiefer liegende Fläche, soll angehoben (aufgeschüttet) und komplett bebaut werden!
Link zu Google-Maps

Das Hochwasser am 15.07.2021 hat auch die Straße Am Ruhrort und Teile der Dr.-C.-Otto-Straße in Dahlhausen getroffen. Dass es nicht noch zu einem Hochwasser viel größeren Ausmaßes oder gar zu einer Katastrophe gekommen ist, lag letztlich daran, dass die Senke des Grabelandes am Ruhrort unglaubliche Mengen an Wasser aufgenommen hat.
Laut dem Bebauungsplan (B-Plan) 997 „Am Ruhrort“ soll dieses Grabeland bebaut werden. Um die Bebauung vor Hochwasser zu schützen, soll das Grabeland um 2 m aufgeschüttet werden. Die Senke, die beim Hochwasser am 15.07.2021 unsere Rettung war, würde verschwinden. Der Neubau würde bis zu einem Meter höher liegen als die Bestandsbebauung. Wir fragen uns, wo die bis dahin aufgenommenen Wassermassen bleiben sollen, falls sich die Ereignisse von 15.07.2021 wiederholen sollten. Die Antwort liegt auf der Hand! Die Wassermassen würden sich auf die umliegenden Flächen und Häuser verteilen und würden Ereignisse wie die jüngsten in einem gigantische Maße verstärken.
Im B-Plan 997 geht es ausschließlich um die Hochwassersicherheit der neuen Bebauung.

Das Hochwasser am Ruhrort

Die Straße Am Ruhrort von der Dr. C. Otto-Straße aus gesehen. Die Überflutung am 15.07.2021 (Foto: Feuerwehr Bochum).
15.07.2021 – 07:30 = kurz vor der Evakuierung – Wasser strömt vom Ruhrort in die Gasse zwischen den Häusern Nr. 22 und 24. Eine deutlich größere Menge strömte da bereits auf das gegenüberliegende Grabeland. (Foto: Ralf Bickert)

Weitere Bilder der Überflutung

Die Anwohner des Ruhrorts gegen die Bebauung des Grabelands (Foto: WAZ)